Reiseschreibpult

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    Zustand nach der Restaurierung
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    Zustand vor der Restaurierung
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    Zustand vor der Restaurierung: Detail geschädigter Intarsien
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    Nach der Restaurierung: Detail der Schreibplatte mit Windrose
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    Nach der Restaurierung: Instandsetzung der Schreibplatte durch u.a. Ergänzung der inneren Nutwangen
Reiseschreibpult .um 1750
Standort: Radebeul, Dresden
Auftraggeber: Privat
Zeitraum: 2010
- Pultaufsatz mit schrägem Deckel gerade auslaufend, verschließbar
- Deckel und Seiten außen intarsiert mit barockem Bandelwerk in Nussbaum, Pflaume oder Birne, schwarz gefärbtem und natürlichem Ahorn (Sägefurnier 1- 3 mm stark)
- Blindholz in Tanne oder Fichte
- Deckelintarsie mit mittiger Windrose
- Innerhalb des Pults zwei Schubkästchen auf erhöhtem Laufboden
- Maße: Höhe – 22 auf 11 cm auslaufend, Breite- 73 cm, Tiefe- 57 cm
- Kastenschloss, Schlüsselschild und Bänder geschmiedet in barocker Manier

Maßnahmen
- Bekämpfung des aktiven Holzschädlingsbefalls durch Begasung mit
Phosphorwasserstoff
- Demontage des Pultdeckels vom Korpus durch Entfernen der genagelten Bänder
- Vorsichtige Abnahme der angebrochenen und teilweise abgeleimten Furniere am Pultdeckel im Bereich der schadhaften Füllung (rechte Hälfte)
- Entfernen der Füllung, rechte Deckelhälfte durch Trennung der verdeckten Holzverbindung
- Begradigen, sowie Neuverleimung der alten Füllung oder Einsetzen einer neuen Füllung nach Vorbild
- Wiederanbringung der entleimten Furnierstücke und schließen des Gesamtbildes am Pultdeckel
- Ansetzen der Anlegeleiste mit mindestens zwei Holznägelchen
- Hohlliegende Furniere am horizontalen Deckelanschluss, vor allem in den Bandbereichen mit Leim unterspritzen und niederlegen
- Zwei unsachgemäße Furnierergänzungen am Deckelanschluss austauschen
- Furnierspiegelriss der linken Seite aussetzen, Band unterspritzen und niederlegen sowie Profilleiste neu verleimen
- Rechte Seite von Tinte oder Tusche auf der Oberfläche säubern (manuell trocken oder feucht mit Lösemittelgemisch) und Furnierabhebungen mit Leim unterspritzen und niederlegen
- Rückwandspalt schließen durch erneutes Verleimen mit dem Oberboden oder Einleimen einer angearbeiteten Leiste (Staubschutz)
- Anfertigung eines dritten Schubkästchens (ca. 20 x 10 cm) nach Vorbild, in Nadelholz und aufgeleimter Nußbaumdickte an Vorderseite, Knauf den Originalen angepasst
- Anfertigung des Schiebedeckels am mittleren Schubkästchen
- Schließen des Trocknungsrisses am Unterboden (Staubschutz)
- Schloss demontieren, reinigen, leichtgängig machen und erneut befestigen
- Schlüsselbeschlag abnehmen, von schwarzer Farbe befreien und mit passenden Nägeln befestigen
- Deckelbänder von schwarzer Farbe befreien und wieder mit dem Deckel verbinden
- Reinigung der gesamten Oberfläche und Auftrag einer mindestens zweimaligen Wachspolitur nach historischer Rezeptur