Truhe, Renaissance, polychrom gefasst

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    Nach der Restaurierung: Vorderansicht
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    Nach der Restaurierung: Frontalansicht mit offenem Deckel und Sockelgestell
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    Frontalansicht mit Vorderseite und Deckelaufsicht
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    Nach der Restaurierung: rechte Seite mit Sockelgestell
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    Seitenansichten
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    Rückseite
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    Vorzustand: Innenansicht mit Beilade und fehlendem Beiladendeckel
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    Nach der Restaurierung: Beilade mit neu eingepasstem Deckel
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    Vorzustand: Truhenschloss, Draufsicht auf das Schließblech und die Falle mit Schmuckrand
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    Vorzustand: Vorderseite Detail, ursprünglicher Grünton mit gelber Grundierung
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    Vorzustand: Vorderseite Detail, rechte Ecke mit Fehlstelle an quadratischer Diamantplatte
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    Während der Restaurierung: linke und rechte quadratische Diamantplatte mit Vollholzergänzungen
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    Während der Restaurierung: Innenseite Truhendeckel, Vollholzeinsetzung und Deckelverbreiterung durch angeleimte Dickte
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    Während der Restaurierung: gereinigtes Schloss und Schlüsselschild mit neuen Nägeln und Schlüssel
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    Rekonstruktion: Sockelgestell im unbehandelten Zustand
Truhe, Renaissance, polychrom gefasst .datiert: 1698
Standort: Stadt Frauenstein, Gottfried Silbermann Museum Schloss Frauenstein
Auftraggeber: Stadt Frauenstein, Gottfried Silbermann Museum
Zeitraum: November- Dezember 2007
Die polychrom gefasste Truhe besteht aus einem Nadelholz (vermutlich Pinie oder Zirbelkiefer nach durchgeführtem Holzartenvergleich) und hat folgende Abmaße:
Höhe 620 mm, Breite 1620 mm und Tiefe 700 mm.
Aufgrund einer Jahreszahl an der Vorderfront kann das Entstehungsjahr um 1698 vermutet werden.
An der vorderen Deckelprofilleiste ist folgende Inschrift zu erahnen:
”...Anfang und Ende stehet alles in Gottes Gnaden, alles was wir haben sind Gottes Gaben und die Gnade Gottes...“
An der Vorderfront besitzt die Truhe eine architektonische Untergliederung mit drei Füllungsfeldern, welche je durch einen Segmentbogen abgeschlossen sind. Zwischen den Füllungsfeldern befinden sich als Begrenzungen angedeutete Säulen mit Kapitell. Aufgelockert wird die gesamt strenge Gliederung durch regelmäßig angebrachte, kleine Zierquaderungen in Diamantform (Rustikaornamentik) auf den Segmentbögen.
Über den Segmentbögen der Rustikaarchitektur steht zudem in teils altdeutscher- wie auch Frakturschrift geschrieben: ”Anno 1698 den 28. Dec.“ , was möglicherweise ein Hochzeitsdatum festhält.

Unter den Füllungsfeldern befindet sich als unterer Abschluss eine Zierleiste.
Ein Sockelgestell oder Füße sind nicht vorhanden.
Der Deckel lässt sich durch zwei Sicherungssplinte zwischen Rückwand und Deckelhinterkante bewegen. Das Truhenschloss sitzt an der Innenseite der Vorderfront und griff ehemals mit den beiden Schlossfallen in ein Hakenblech, welches sich an der Innenseite des Truhendeckels befand. Ein Schlüssel zum Truhenschloss ist nicht vorhanden.
Die gesamte Truhe ist außer dem roh belassenen Innenbereich in den Grundtönen grün, gelb, rot, weiß und schwarz farbig gefasst. Dabei sind die Füllungsfelder der Vorderfont rechts und links mit stilisierten Blüten in Vasen und in der Mitte mit (Pinien)- Zapfen und Granatäpfeln ausgefüllt.
Aufgrund der Farbgebung (grün, weiß, rot) und der stilisierten Früchte könnte man vermuten, dass die Truhe aus dem Südtiroler- oder weiterem italienischen Raum stammt.
An den Seiten befinden sich in runder Medaillonform Blumenmalerein. Auf dem flachen Truhendeckel sind mittig ein Medaillon mit unkenntlichem Inhalt und eine leichte Holzimitation ringsum auszumachen. An der vorderen Profilleiste des Deckels ist eine Inschrift erkennbar, die durch den relativ schlechten Erhaltungszustand (Nachdunkelung und Fehlstellen) des gesamten Fassungspaketes kaum lesbar ist.