Commodes a vantaux – Kommodenpaar des sächsischen Rokkoko

  • Bild1
    Nach der Restaurierung, mit nach Recherchen aufgefundener originaler Marmorplatte
  • Bild1
    Nach der Restaurierung (fehlende Beschläge zur Bemusterung)
  • Bild1
    Vor der Restaurierung
  • Bild1
    Nach der Restaurierung: Innenseite der Türen
  • Bild1
    Vor der Restaurierung: Innenseite der Türen
  • Bild1
    Nach der Restaurierung: Frontansicht mit geöffneten Türen (Beschläge zur Bemusterung)
  • Bild1
    Vor der Restaurierung, geöffnet
  • Bild1
    Vor der Restaurierung: Schubkästen mit Papierauskleidung
  • Bild1
    Zustand nach (links) und vor der Reinigung des Kleisterpapieres in den Schubkästen
  • Bild1
    Arbeitsfoto: Während der Trennung der später hinzugekommenen Schellackschicht von dem (originalen) Wachsüberzug
  • Bild1
    Arbeitsfoto: Natürliche Alterung durch UV-Licht-Bestrahlung, mit Aluminiumfolienabdeckung zum Schutz für das umgebende originale Furnier
  • Bild1
    Zwillingskommode, bisher noch nicht restauriert
Commodes a vantaux – Kommodenpaar des sächsischen Rokkoko .1745-50
Standort: Kunstgewerbemuseum Dresden, Schloss Pillnitz Bergpalais
Auftraggeber: Staatl. Kunstsammlungen Dresden
Zeitraum: 2006
Erfassung und Dokumentation des Erhaltungszustandes, vergleichende technologische Untersuchungen, Erstellung eines Restaurierungskonzeptes, Restaurierung einer der beiden Kommoden

Objektbeschreibung
Beide Kommoden sind an der Front und den Seiten zweifach geschweift und die Rückwand ist gerade. Angedeutet werden an der Frontseite drei Schubkastenvorderstücke, wel-che tatsächlich zwei Türen sind. Hinter diesen befinden sich im Innern acht Schubkästen in je zwei Reihen, deren Vorderstücke dem Schwung der Frontseite folgen. An den Seiten, wie an den Schubvorderstücken der Türen befinden sich Prismen-Flechtwerk-Marketerien mit umlaufenden Bändern in Palisander- und Königsholz. Die acht Schubkastenvorder-stücke im Innern besitzen Kreuzfugenfurniere mit umlaufenden Bändern in Palisander. Diese Schübe sind mit Kleisterpapier ausgeschlagen. Die Kommoden sind mit feuerver-goldeten Messinggussbeschlägen verziert. Die ursprünglich aufliegenden Marmorplatten fehlen an beiden Möbelstücken.

Beschreibung in der Literatur
Frau Dr. Gisela Haase beschrieb in ihrem Werk ”Dresdener Möbel des 18. Jahrhunderts“ die Kommoden wie folgt:
”Zwei Kommoden (Commodes ? vantaux) Fichte, Kästen in Eiche, in Palisander furniert. Ziselierte, feuervergoldete Messingbeschläge. Platte (wohl ehemals Bresciamarmor) fehlt.
Zweitürig mit blinder dreischübiger Einteilung. Im Innern acht Schübe in zwei Reihen, Rückwand und Platte auf Rahmen Füllung gearbeitet.“

Rudolf von Arps-Aubert schrieb in ”Sächsische Barockmöbel 1700-1770“ dazu:
”Diese Kommode ist besonders kostbar und eigenartig. Im Furnier und Beschläge sind zwar drei Schubfächer angedeutet; in Wahrheit aber verbergen sich hinter zwei äußeren Flügeltüren sechs Schubfächer im Innern.“

Tatsächlich befinden sich im Innern beider Kommoden acht Schübe.